Behandlungsschwerpunkt

Exposition bei
Angst- und Zwangsstörungen.

Die Behandlung wird aus einer individuellen Verhaltensanalyse abgeleitet. Übungen, Ziele und Intensität werden gemeinsam vorbereitet, vereinbart und anschließend ausgewertet.

In vivo: unter realen Bedingungen

In vivo bedeutet: Wir suchen die angstauslösenden Situationen im realen Leben auf. Je nach Behandlungsziel gehen wir beispielsweise gemeinsam auf einen belebten Marktplatz, fahren mit Bus oder Bahn (ÖPNV) oder üben im häuslichen Umfeld. Die Exposition findet damit direkt dort statt, wo Angst, Vermeidung oder Zwänge den Alltag einschränken. Die Übungen werden gemeinsam vorbereitet und therapeutisch begleitet; im weiteren Verlauf erproben Sie die vereinbarten Schritte auch selbstständig.

In sensu: in der Vorstellung

Angstauslösende Situationen oder befürchtete Konsequenzen werden unter therapeutischer Anleitung gezielt und möglichst konkret vorgestellt. Das ist insbesondere dann relevant, wenn sich Befürchtungen nicht sinnvoll unmittelbar in einer realen Situation bearbeiten lassen. Die Auswahl und Kombination beider Formen richtet sich nach dem Störungsbild.

Bei Zwängen: Exposition mit Reaktionsmanagement

Bei Zwangsstörungen wird die Exposition mit dem Verzicht auf Zwangshandlungen und gedankliche Neutralisierungsrituale verbunden. Dieses Vorgehen wird auch als Reaktionsverhinderung bezeichnet. Dazu gehört beispielsweise, nach einem vereinbarten Auslöser auf wiederholtes Kontrollieren oder Rückversichern zu verzichten. Ziel ist ein veränderter Umgang mit Unsicherheit und Anspannung, ohne diese durch Rituale regulieren zu müssen.

Höherfrequente und längere Behandlungseinheiten

Wenn es klinisch sinnvoll ist, kann ich Expositionen in längeren Sitzungen und mit mehreren Behandlungsterminen pro Woche planen. Diese zeitliche Verdichtung ermöglicht eine wiederholte Bearbeitung relevanter Situationen und engmaschige Auswertung der Lernerfahrungen. Ergänzend werden selbstständige Übungen zwischen den Terminen vereinbart. Umfang und Frequenz stimmen wir individuell ab.

Exposition: geplante Erfahrung und neues Lernen
01 · Vorbereiten

Auslöser, Befürchtungen und bisherige Vermeidung erfassen; ein konkretes Übungsziel vereinbaren.

02 · Durchführen

Sich der Situation in vivo oder in sensu stellen; bei Zwängen vereinbarte Rituale und Neutralisierung unterlassen.

03 · Auswerten

Erwartungen und tatsächliche Erfahrungen vergleichen; Erkenntnisse für weitere Übungen nutzen.

Wiederholung und Alltagstransfer unterstützen den veränderten Umgang mit Angst und Unsicherheit.

Weitere Informationen: IQWiG · Behandlung von Zwangsstörungen ↗

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